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Pferdehaftpflicht


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“Kein Problem”, meint der Pferdebesitzer, “mein Pferd ist ja haftpflichtversichert!” Aber wie so oft steckt die Tücke im Detail.

Auf den ersten Blick scheint alles ganz einfach. Der private Pferdehalter haftet nach BGB unbegrenzt für alle Schäden, die durch sein Pferd verursacht werden, egal ob ihn ein Verschulden trifft oder nicht (Gefährdungshaftung § 833 BGB). “Kein Problem”, meint der Pferdebesitzer, “mein Pferd ist ja haftpflichtversichert!” Aber wie so oft steckt die Tücke im Detail.

Problem Nummer 1: Höhe des Versicherungsschutzes
Da der Tierhalter in unbegrenzter Höhe haftet, besteht das Risiko, daß der Versicherungsschutz unter Umständen nicht ausreicht. Ist der Schaden größer als die vereinbarten Deckungssummen im Versicherungsvertrag, muß er den Rest selber zahlen! Meiner Meinung nach sollte die Deckungssumme so hoch wie möglich sein, um das Restrisiko so klein wie möglich zu halten, sonst reicht ein Großschaden, um Sie zu ruinieren.

Problem Nummer 2: Fremdreiter
Die Haftpflichtversicherung deckt vom Grundsatz Schäden Dritter, aber nicht eigene Schäden. Erleidet der Besitzer des Pferdes bei einem Unfall einen Schaden, zahlt nicht die Haftpflichtversicherung sondern Kranken- oder Unfallversicherung. Reitet ein Fremder/Gast das Pferd gelegentlich, unentgeltlich und erleidet durch die Tiergefahr verursacht einen Schaden, haftet unter Umständen der Besitzer. Dieses Gast- oder Fremdreiterrisiko ist nicht immer automatisch versichert, sondern es muß oft ausdrücklich eingeschlossen werden!

Problem Nummer 3: Reitbeteiligung
Reitet ein Fremder regelmäßig, so handelt es sich also um eine Reitbeteiligung, wird dieser behandelt wie der Besitzer, d.h. eigene Schäden der Reitbeteiligung sind nicht versichert. Häufig muß die Reitbeteiligung beim Versicherer namentlich genannt werden, da sonst evtl. auch kein Haftpflichtversicherungsschutz besteht bzw. die Versicherungsgesellschaft die Reitbeteiligung in Regreß nimmt. Es empfiehlt sich eine schriftliche Rückfrage beim Versicherer.

Problem Nummer 4: Anzahl der Pferde
Weitere Probleme treten häufig auf, weil nicht alle Pferde eines Bestandes versichert sind (z.B. Fohlen, Jungpferde, Gnadenbrotpferde...) Manche Risiken z.B. Schäden durch gewollten oder ungewollten Deckakt eines Hengstes werden einfach vergessen.

Problem Nummer 5: Gewerbliche Tierhaltung
Schnell wird aus privater gewerbliche Tierhaltung. Häufig ist vielen privaten Tierhaltern nicht bewußt, daß ihr Versicherungsschutz nicht eintritt, wenn einen Einnahmenerzielung vorliegt. Dabei spielt die Höhe und die Häufigkeit einer Zahlung keine Rolle. Auch ein “Unkostenbeitrag” ist eine Einnahmenerzielung.

 

In diesen Fällen haftet der Pferdebesitzer, wenn er einen Schaden verschuldet! Aber seine private Pferdehaftpflicht deckt diese Schäden nicht. Er benötigt weiteren Versicherungsschutz.

Problem Nummer 6: Schäden am Pferd
Die eigene Haftpflichtversicherung deckt nie Schäden am eigenen Pferd. Dies wird bei Reitbeteiligungen häufig zu einem Problem. Nur über eine Pferdelebensversicherung können bestimmte Risiken (z.B. Tod, Nottötung, dauernde Reituntauglichkeit, …) abgesichert werden.

Zusammenfassend kann ich allen Pferdebesitzern dringend empfehlen, die eigene Situation genau zu überprüfen. Das häufig zu hörende “Da passiert schon nichts” führt zu erheblichen Risiken. Suchen Sie kompetente Beratung und überprüfen Sie Ihren Versicherungsschutz regelmäßig.

Autor: Dipl. Volksw. Jürgen Griffel, Versicherungsmakler

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