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Reiten mit Rückenschmerzen
Rückenschmerzen sind kein typisches reiterliches Problem, können sich aber durch das reiten verschlimmern. Immerhin steht Reiten, gemeinsam mit anderen Sportarten, auf Platz 2 der Liste der kontraproduktiven Tätigkeiten - gleich nach zu langem stehen und sitzen. Dabei gelten nicht alle Gangarten als schmerzauslösend - als Verursacher der Schmerzen spielt der Trab wohl die größte Rolle. Ein Grund für informierte Fachärzte, ihren schmerzgeplagten und reitenden Patienten den Umstieg auf ein töltendes Islandpferd zu empfehlen.
Wodurch entstehen Rückenschmerzen beim reiten? Als Schmerzauslöser kommen viele Faktoren infrage, die mit der Reiterei nicht ursächlich etwas zu tun haben müssen aber durch sie verstärkt werden. Ein Problem dürfte die Erschütterung/Stauchung der Wirbelsäule im Trab sein, die vor allem den Rücken von Reitern malträtiert, die nicht sehr regelmässig auf dem Pferd sitzen und deshalb auch nicht über eine ausreichend kräftige Rückenmuskulatur verfügen um die Wirbelsäule abzustützen.
Neben der mangelnden oder durch Überbelastung und Schmerz blockierten Muskulatur spielt der normale Verschleiß der Bandscheiben mit fortschreitendem Lebensalter eine Rolle.
Eine konkrete Verbesserung der Rückenprobleme durch reiten lässt sich durch folgende Maßnahmen im Sattel herbeiführen:
- Den Trab nicht mehr aussitzen, sondern leichttraben (stärkt auch die Rückenmuskulatur)
- Gerade und eher mit Hohlkreuz sitzen damit die Doppel-S-förmige Wirbelsäule durchschwingt (nicht mit Buckel, zusammengesunken, reiten)
- Möglichst viel taktklaren Tölt reiten - das löst Blockaden und führt oft direkt zur Schmerzbefreiung
- "Schweinepass"-reiten unbedingt vermeiden
- Keine heftigen Pferde reiten (Verspannung im HWS-Bereich)
- Das Pferd den Zügel nicht finden lassen (Pferd nicht auf die Hand reiten)
- Auf Signalreiten umstellen
- Keine Ausbildung von Jungpferden, die noch nicht im Takt gehen
Vom Boden aus lässt sich die Wirbelsäule durch weitere Maßnahmen entlasten:
- Rückengymnastik - auch Krankengymnastik unter Anleitung
- wer viel sitzen muss sollte sich einen sogenannten ergonomischen Bürostuhl zulegen
- Langes stehen vermeiden, besser herumlaufen - das gilt auch für Reitlehrer, die im Dressurviereck unterrichten - mitlaufen gilt nicht als korrekt, entlastet aber den Rücken
- Bei schwerer körperlicher Arbeit (heben, bücken) einen Stützgurt umlegen (Schmiede!)
- eine zum Körpergewicht passende Federkernmatratze verwenden
- Ausübung weiterer Sportarten (z.B. schwimmen, radfahren, wandern)
Diese Massnahmen, sehr rechtzeitig eingeleitet wenn das erste Zwicken im Rücken beginnt, können gut helfen um die Schmerzsituation im erträglichen Rahmen zu halten und nicht chronisch werden zu lassen.
Bei chronischen Problemen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden um andere Erkrankungen auszuschliessen.



